Detailanalyse: Lesemarkt unter Transformationsdruck
Der deutsche Lesemarkt (Bücher, Zeitungen und Zeitschriften) befindet sich in einer harten, strukturellen Schrumpfungs- und Transformationsphase. Im Jahr 2025 lag das Gesamtvolumen des Segments noch bei 15.995 Mio. €. Bis zum Jahr 2030 prognostiziert PwC einen kontinuierlichen Rückgang auf 14.253 Mio. €, was einem durchschnittlichen Minus von -2,3 % pro Jahr (CAGR) entspricht. Innerhalb des Marktes driften die Teilsegmente jedoch stark auseinander:
Bücher als Stabilitätsanker: Der Buchmarkt erweist sich mit einem Umsatz von 7,7 Mrd. € im Jahr 2025 als das robusteste Segment. Bis 2030 wird hier nur ein minimaler Rückgang von durchschnittlich -0,3 % p.a. erwartet. Gedruckte Bücher behalten eine hohe Relevanz, während E-Books und digitale Hörbücher strukturell hinzugewinnen.
Zeitungen im strukturellen Sinkflug: Der Zeitungsmarkt (5,9 Mrd. € Umsatz im Jahr 2025) bricht bis 2030 dramatisch um durchschnittlich -4,6 % pro Jahr ein. Sinkende Print-Auflagen und schwindende Werbeerlöse im Gedruckten reißen Löcher, die durch digitale Vertriebs- und Werbeerlöse bislang nur teilweise kompensiert werden können.
Zeitschriften unter Druck: Publikumszeitschriften verzeichneten 2025 einen Umsatz von 2,3 Mrd. €. PwC prognostiziert für dieses Segment ein jährliches Minus von -3,5 % bis 2030. Ein digitaler Lichtblick: Die digitalen Werbeerlöse von Publikumszeitschriften wachsen stabil mit +5,2 % p.a..
Für Verlage bedeutet dies: Der Wandel vom reinen Produktverkauf hin zu einer langfristigen, plattformbasierten Lese- und Nutzungsbeziehung (Abos, All-Access-Angebote und Bundles) muss radikal beschleunigt werden.
