Digitalgeschäft und Veranstaltungen kompensieren Printverluste

Neue Zahlen zum Fachmedienmarkt 2025

Die deutschen Fachmedienhäuser steigerten ihren Gesamtumsatz 2025 um 2,5 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Während die Printerlöse weiter sinken, treiben digitale Angebote und Präsenzveranstaltungen das Wachstum. Dies zeigt die aktuelle Fachpresse-Statistik.

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photo / Video: Freepik

Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr hat sich die deutsche Fachmedienbranche 2025 wieder stabilisiert. Der Gesamtumsatz stieg um 210 Millionen Euro auf 8,75 Milliarden Euro, trotz anhaltend schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.

Digitalerlöse wachsen auf 4,2 Milliarden Euro

Das Digitalgeschäft bleibt mit 48,0 Prozent Umsatzanteil der wichtigste Erlösträger. Die Digitalerlöse stiegen um 7,0 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, ein absoluter Zuwachs von 276 Millionen Euro. Anders als im Vorjahr trugen 2025 sowohl digitale Vertriebserlöse als auch digitale Werbeerlöse deutlich zum Wachstum bei. Die digitalen Vertriebserlöse stiegen um 6,8 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro, die digitalen Werbeerlöse um 7,7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Digitalwachstum noch ausschließlich auf dem Vertriebsgeschäft basiert, während die digitale Werbung rückläufig war.

Die Produktstruktur zeigt klare Schwerpunkte: 63 Prozent der befragten Verlage bieten digitale Fachzeitschriften an, deren Umsätze um 8,8 Prozent wuchsen. Datenbanken, die 42 Prozent der Teilnehmer im Portfolio haben, verzeichneten ein Plus von 9,2 Prozent.

Präsenzveranstaltungen wachsen deutlich

Der Veranstaltungs- und Messebereich legte um 9,8 Prozent auf 940 Millionen Euro zu, ein absoluter Zuwachs von 84 Millionen Euro. Präsenzformate, die zwei Drittel der Anbieter im Programm haben, wuchsen besonders dynamisch um 11,7 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht den hohen Stellenwert persönlicher Begegnungen im B2B-Segment. Digitalveranstaltungen, von 45 Prozent der Teilnehmer angeboten, wachsen mit 2,4 Prozent moderater. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass sie sich mittlerweile als dauerhaftes Format etabliert haben.

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Print verliert weiter an Boden

Die Printerlöse sanken um 5,0 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro. Dabei gingen Werbeerlöse um 7,3 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zurück, Vertriebserlöse um 2,1 Prozent auf 1,40 Milliarden Euro. Fachbücher verloren 6,3 Prozent und kommen noch auf 580 Millionen Euro Umsatz. Trotz der Rückgänge macht Print mit 35,8 Prozent noch mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Im Vorjahr waren es 38,5 Prozent.

Die Zahl der Print-Fachzeitschriftentitel sank um 2,4 Prozent von 5.551 auf 5.420. Die Gesamtauflage inklusive ePaper ging im Vorjahresvergleich um 1,6 Prozent von 539,9 Millionen auf 531,1 Millionen Exemplare zurück. In der längerfristigen Zeitreihe zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Rückgang: Seit 2016 sind die Jahresauflagen laut Fachpresse-Statistik um knapp 17 Prozent geschrumpft.

Große Verlage entwickeln sich stabiler

Die Daten zeigen strukturelle Unterschiede nach Verlagsgröße. Verlage mit mehr als 15 Millionen Euro Jahresumsatz entwickelten sich deutlich besser als kleinere Häuser: Ihre Gesamterlöse stiegen um 3,2 Prozent, während Verlage bis 15 Millionen Euro Umsatz einen Rückgang um 1,9 Prozent verzeichneten.

Auch im Digitalgeschäft liegen größere Verlage vorn. Ihre Digitalerlöse wuchsen um 9,1 Prozent, bei kleineren Verlagen um 4,2 Prozent. Im Printbereich gingen die Erlöse bei großen Verlagen um 5,2 Prozent zurück, bei kleineren Häusern um 8,3 Prozent. Damit setzt sich das Muster aus dem Vorjahr fort: Größere Anbieter wachsen stärker, können Printverluste besser begrenzen und erzielen höhere Zuwächse im Digitalgeschäft.

Jahresergebnisse besser als befürchtet

46 Prozent der befragten Verlage meldeten ein verbessertes Jahresergebnis 2025. Das sind weniger als 2024, als der Anteil bei 56 Prozent lag, aber deutlich mehr als im Vorjahr erwartet worden war. Damals hatten nur 31 Prozent mit einem Wachstum gerechnet. Nur 33 Prozent verzeichneten eine Verschlechterung. Für 2026 erwarten 39 Prozent eine Verbesserung und 26 Prozent ein gleichbleibendes Ergebnis.

Die Beschäftigungsentwicklung fiel schwächer aus: 58 Prozent der Unternehmen bauten Personal ab, nur 17 Prozent stellten zusätzliche Mitarbeiter:innen ein. Diese Entwicklung hatten die Verlage so nicht prognostiziert. Im Vorjahr war nur jeder dritte Verlag von einem Beschäftigungsrückgang ausgegangen. Für 2026 erwarten 61 Prozent einen stabilen Personalbestand.

KI-Nutzung ist Standard

Alle befragten Verlage setzen mittlerweile generative KI ein. Während etwa jeder fünfte Verlag nur Standardlösungen wie ChatGPT nutzt, verwendet ein weiteres Fünftel bereits KI-Tools in allen abgefragten Kategorien. 58 Prozent haben generative KI in eigene IT-Systeme integriert, nach 50 Prozent im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Verlage setzt einen individuellen Mix aus Standardlösungen und spezialisierten Tools ein.

54 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Digitalisierung und KI die Wettbewerbsintensität durch neue Marktteilnehmer erhöhen werden.

Herausforderungen und Wertversprechen

Als größte Herausforderungen für 2026 nennen 79 Prozent der Teilnehmer wirtschaftliche Unsicherheiten und Nachfrageausfälle bei Kunden. 67 Prozent sehen die Gewinnung neuer Kunden sowie die Etablierung neuer Produkte und Geschäftsmodelle als zentral an. KI wird mit 46 Prozent weniger häufig als Herausforderung genannt als im Vorjahr, als der Anteil bei 68 Prozent lag. Das deutet auf eine zunehmende Integration der Technologie in den Verlagsalltag hin, auch wenn organisatorische Umstellungen und neue Konkurrenzsituationen weiterhin relevant bleiben.

Als zentrale Stärken ihres Angebots nennen die Verlage Content-Qualität mit 75 Prozent, Marktkompetenz mit 67 Prozent sowie Vertrauen und Glaubwürdigkeit mit 46 Prozent. Typische Aussagen sind „authentische, kuratierte und reale Inhalte“ sowie „Verlässlichkeit und Unabhängigkeit“.

Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz sank leicht von 20,0 auf 19,2 Prozent.

Die Fachpresse-Statistik 2025 basiert auf einer Marktschätzung und einer Online-Befragung der Mitglieder der Deutschen Fachpresse. Die Befragung fand von Februar bis März 2026 anhand eines standardisierten Fragebogens statt. Die Erhebung wird jährlich vom Verein Deutsche Fachpresse durchgeführt.